Informationen zum Schwelbrand bei Meuselwitz (Bundesland Thüringen)
Am 27.06.2026 begann zwischen Mumsdorf und Falkenhain in der Nähe zur Stadt Meuselwitz ein Vegetationsbrand. Der oberirdische Brand griff auf die kohlehaltigen Ablagerungen im ehemaligen Tagebau Rusendorf über.
Die Lausitzer und Mitteldeutsche Bergbau-Verwaltungsgesellschaft (LMBV) übernimmt nunmehr die vollständige Bekämpfung, wobei eine vollständige Sicherung kurzfristig nicht möglich sein wird. Die LMBV hat versichert, dass sie sämtliche ihnen mögliche Maßnahmen zur Eindämmung des Brandes mit dem Ziel der Brandbeseitigung und damit zur Beseitigung der Rauch- und Geruchsbelästigungen ergreifen wird.
Der aufsteigende Rauch belastet nicht nur die unmittelbar betroffenen Einwohnerinnen und Einwohner im Thüringer Gebiet, er breitet sich auch über die Landesgrenzen hinaus - in das unmittelbar benachbarte Bundesland Sachsen-Anhat aus. Daher sind auch Einwohnerinnen und Einwohner der Gemeinde Elsteraue betroffen.
Nunmehr gehen zahlreiche Meldungen und Nachfragen zu Geruchsbelästigungen nicht nur in der Gemeindeverwaltung der Gemeinde Elsteraue, sondern auch beim Burgenlandkreis ein. Auf die nachfolgend am häufigsten gestellten Fagen antworte ich in Abstimmung mit der Kreisverwaltung des Burgenlandkreises wie folgt.
1. Frage: Welche Maßnahmen werden in puncto Gesundheit der Anwohner unternommen?
Antwort: Die Stadt Meuselwitz und der Landkreis Altenburger Land sind für den betreffenden Schwelbrand im Restloch Rusendorf sachlich und örtlich zuständig. Es werden regelmäßig durch die Lausitzer und Mitteldeutsche Bergbau-Verwaltungsgesellschaft mbH (LMBV) Luftmessungen direkt am Brandherd sowie im Umkreis durchgeführt. Im Rahmen der Luftanalysen werden die Konzentrationen von Kohlenmonoxid, Sauerstoff, Kohlenstoffdioxid, Methan und Schwefelwasserstoff erfasst. Zur Bekämpfung des unterirdischen Brandes soll das Kohletrübebecken zunächst gezielt oberflächlich benetzt werden. Bis zur Umsetzung der langfristigen Sicherungsmaßnahmen laufen die Arbeiten zur Brandbekämpfung kontinuierlich weiter.
Der Burgenlandkreis steht zusammen mit der Gemeinde Elsteraue im engen Austausch, um die Gesundheit der Anwohner ausreichend zu schützen. Hierzu ist bereits seit einigen Tagen ein Fahrzeug der Feuerwehr, ein sogenannter CBRN-Erkundungswagen unterwegs, um die Luft auch im Gebiet der Gemeinde Elsteraue zu messen.
2. Frage: Gibt es Messungen der Luft oder des Staubes in betroffenen Orten? Falls ja, mit welchem Ergebnis?
Antwort: Ja, es gibt tägliche Messungen der Luft durch die (LMBV). Die Messergebnisse werden unter https://www.lmbv.de/bergbaufolgen/bergschaeden-sperrungen/kohlebrand-meuselwitz/ veröffentlicht. Die durch den Burgenlandkreis erhobenen Messungen haben bislang keine Auffälligkeiten ergeben.
3. Frage: Wohin können sich Bürgerinnen und Bürger mit ihren Sorgen wenden?
Antwort: Bürger können sich über ein Kontaktformular unter https://www.lmbv.de/bergbaufolgen/bergschaeden-sperrungen/kohlebrand-meuselwitz/ direkt an die LMBV wenden.
Die Bürger des Burgenlandkreises können sich aber auch an das Umweltamt des Burgenlandkreises wenden, um sich über den aktuellen Stand des Brandes zu informieren. Zukünftig können auch Meldungen an die Leistelle erfolgen, sollte eine Geruchsbelästigung oder Qualm wahrgenommen werden. In der Folge werden erneut Messungen der Luft durchgeführt.
4. Frage: Gibt es eine länderübergreifende Zusammenarbeit?
Antwort: Ja, das Umweltamt des Burgenlandkreises, die Gemeinde Elsteraue, der Landkreis Altenburger Land, die Stadt Meuselwitz und die LMBV stehen in engem Austausch zum Brandereignis und den weiteren Maßnahmen.
Frage: Es ist geplant, von einem Tagebaurestloch bei Rehmsdorf in der Gemeinde Elsteraue eine 4 Kilometer lange Wasserleitung zu bauen? Welche Auswirkungen hat das auf das Grundwasser und auf die Natur? Sollte dieses Restloch zum Naturerbe (Naturschutz) gehören, ist dann so ein Eingriff überhaupt möglich?
Antwort: Für die Oberflächenbenetzung des Brandbereiches bereitet die LMBV den Bau von zwei provisorischen Rohrleitungen vom Restloch Zipsendorf bis zum Kohletrübebecken I über eine Strecke von rund vier Kilometern vor. Das Restloch Zippsendorf liegt im Burgenlandkreis und wurde unlängst als Naturschutzgebiet einstweilen sichergestellt. Die beabsichtigte Wasserentnahme aus dem Restloch hat keine Auswirkungen auf das Grundwasser. Der beabsichtigte Bau der vier Kilometer langen Rohrleitung ist auch in einem Naturschutzgebiet möglich, soweit das überwiegende öffentliche Interesse der Baumaßnahme festgestellt werden kann, was hier – da es um den Schutz der Bevölkerung geht - der Fall ist.
Fischer
Bürgermeister
